Zigarrenhaus Bennung 2003
 

Die Geschichte der TOSCANO

Genauso einzigartig wie das Produkt selbst ist die Entstehungsgeschichte der TOSCANO.So soll Anfang des 19. Jahrhunderts eine florentinische Manufaktur für Pfeifen- und Schnupftabak durch ein Mißgeschick hinter die Rezeptur gekommen sein. Der Regen eines Sommergewitters soll den dort im Innenhof gelagerten Kentucky Tabak durchnäßt haben. Die Hitze des Sommers, mit der in Florenz nicht zu spaßen ist, hatte offensichtlich daraufhin Ammoniak- Gärungsprozesse in Gang gesetzt. Der Inhaber der Fabrik beschloß, um den Schaden abzuwenden, anstatt den "verdorbenen" Tabak wegzuwerfen, ihn als Füllstoff für Cigarren zu benutzen. Diese sollten dem Volke zu einem günstigeren Preis angeboten werden. Mit dem Inneren aus derart fermentiertem Kentucky Tabak und nur mit einem Deckblatt aus natürlichem Kentucky ( das Umblatt wurde aus Kostengründen weggelassen ), wurde diese Cigarre geboren, die aufs wärmste ankam und einzigartig in ihrer Art war. Inoffiziell wurde sie vom Volksmund sehr bald als "TOSCANO" bezeichnet.

Infolge des großen Erfolges beschloß man, eine große Fabrikationsstätte für den neuen Cigarren-Typ zu errichten

Die TOSCANO und ihr Ritual

Der Kenner teilt seine TOSCANO in zwei Hälften und hat so den doppelten Genuß.

Halbierte TOSCANI sind aromatischer, herzhafter und ausgeglichener im Geschmack. Die Entscheidung ob Sie lieber eine ganze oder eine halbierte TOSCANO bevorzugen, sollten Sie sich aber von niemanden nehmen lassen. Auch ob Sie die Cigarre gegebenenfalls brechen oder sauber mit dem Cutter schneiden, ist Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Eine glatte, geschnittene Oberfläche läßt sich gleichmäßiger anzünden und gibt ein feineres Aroma ab. Gebrochene TOSCANI entwickeln anfangs etwas mehr Glut. Sie schmecken dadurch erfahrungsgemäß etwas würziger. Die Hälften werden immer am dickeren Ende entzündet. Lassen Sie sich dafür ruhig etwas mehr Zeit und ziehen Sie nicht jetzt schon an der Cigarre. Erst wenn das Brandende auf ganzer Fläche glüht, sollten sie mit dem Rauchen beginnen.

Übrigens: Die TOSCANO gibt es auch als rauchfertig geschnittene TOSCANELLI.

Der Tabak

Original TOSCANI bestehen aus stark fermentierten, feuer- getrockneten Kentucky- Tabaken.
Besonders interessant ist hier die Fermentationstechnik. Nachdem der Tabak entrippt wurde, wird er in Wasser getaucht und anschließend in speziellen Behältern feucht vergoren. Dabei entwickelt sich der unvergleichliche Geschmack. Je nach Sorte wird bei Fermentation und Reifung etwas variiert. Angebaut wird der Tabak hauptsächlich in der Toskana und in Umbrien. Für die Deckblätter werden besonders gerne original Kentuckies aus den USA verwendet. Es wird übrigens kein Umblatt gebraucht. Die Decker werden nämlich mit etwas Maisstärke bestrichen, welche den Rauchkanal abdichtet und die Füllung fixiert.

Unsere TOSCANI sind naturreine Cigarren aus 100% reinem Tabak ohne künstliche Tabakfolien.

Die Fertigung

Für Liebhaber und Puristen werden die TOSCANO ORIGINALE traditionell in reiner Handarbeit gefertigt. Alle anderen Sorten werden heute maschinell hergestellt, was eigentlich kaum Nachteile mit sich bringt und die Ware für jedermann erschwinglich macht.

Nachdem die Deckblätter zugeschnitten und mit dem Leim aus Maisstärke benetzt wurden, wird die Füllung darin eingewickelt. Das Format der TOSCANO gleicht dem einer schlanken Figurado, d.h. die Cigarre läuft an beiden Enden spitz zu und ist in der Mitte am dicksten. So wird das kräftige, schwere Aroma nochmals intensiver. An den spitzen Enden wird sie jetzt auf einheitliche Länge gestutzt. So entstehen die beiden Mundstücke.
Zum Formen der TOSCANO ORIGINALE werden auch heute keinerlei technische Hilfsmittel gebraucht. Diese Cigarren werden also völlig freihändig gerollt und tragen so immer etwas die Handschrift der jeweiligen Rollerin. Etwa 550 TOSCANI kann eine Rollerin täglich auf diese Weise herstellen.

Da sich die Blätter nur im feuchten Zustand verarbeiten lassen, werden die fertigen Zigarren erst getrocknet, bevor sie im Keller zur Reifung eingelagert werden. Zwischen vier und zwölf Monaten warten sie dort auf ihre Vollendung. Der Charakter einer jeden einzelnen Sorte wird in erster Linie durch die Dauer der Lagerung in diesen Kellern geprägt.

Die Lagerung

Da keine orig. TOSCANO das Lager vor Ablauf der mindestens vier Monate verläßt, haben Sie keinen nennenswerten Aufwand mehr zu leisten. TOSCANI sind unkomplizierte Cigarren, die von ihren Liebhabern relativ wenig Pflege verlangen. Sie benötigen keinen Platz im Humidor, denn trockene Luft bekommt ihnen ganz ausgezeichnet!

Anders als bei Karibik- Produkten, hat die trockene TOSCANO ein besseres Brandverhalten, als die feucht gelagerte. Der Geschmack ist so etwas feiner und die Deckblätter sind auch unter 40% rel. noch nahezu unverwüstlich.
Setzen Sie Ihre TOSCANI bitte keinen starken, fremden Gerüchen über längeren Zeitraum aus, das ist alles.

Unterwegs kann Ihnen ein ledernes Etui wertvolle Dienste erweisen. Es eignen sich fast alle Etuis, die auch für größere Panatella- Formate geeignet wären. Überlegen Sie sich noch vor dem Kauf, ob Sie lieber ganze (ca. 16 cm. ) oder halbierte TOSCANI darin aufbewahren möchten. Das Ringmaß variiert besonders bei den Handmades ein wenig. Es sollte schon Platz für einen Umfang von 45mm zur Verfügung stehen.

Zigarrenhaus Bennung 2003